Es hat sich viel getan die letzten Monate. Und das wird mir jetzt, wo ich wieder in Deutschland bin, besonders stark bewusst. Die Welt sieht hier anders aus, als sie im April aussah. Sie hat sich aber im Grunde kein Stückchen verändert. Was sich verändert hat, ist meine Sicht auf sie.
Und auch meine Gedanken, Wünsche, Meinungen haben sich verändert oder sind klarer geworden. Vieles ist auch unklarer geworden. Sehr vieles.
Einerseits sind die Veränderungen sehr groß. Andererseits wird mir aber auch bewusst, wie viel Veränderung noch vor mir liegt und im Vergleich dazu habe ich nur erste, sehr kleine Schritte getan.
Dieser Satz ist bekannt: Je mehr ich weiß, umso mehr weiß ich, dass ich nichts weiß.
Ich denke, auch so stimmt es: Je mehr ich über mich selbst weiß, desto mehr weiß ich, dass ich nichts über mich weiß.
Es haben sich auch meine Wünsche bezüglich diesem Blog verändert. Wie ich ihn bisher geführt habe, hat bis bisher zu mir gepasst, nun aber nicht mehr. Ich möchte ihn umgestalten und habe mich deswegen nach und nach immer mehr zurückgezogen. Jetzt herrscht hier Funkstille. Dafür aber umso mehr Getöse in meinem Kopf. Wenn sich das wieder gelegt hat, werden hier die Ergebnisse dieses Sturms sichtbar sein. Doch wann der sich legt, weiß ich nicht.
Wir werden es sehen.
Es bleibt spannend.
Thursday, October 14, 2010
Saturday, September 11, 2010
Was die Rohkost mit mir macht
Ich ernähre mich nun seit sieben Monaten roh und ich denke, es ist Zeit für eine erste Bilanz. Ich habe noch lange nicht das Gefühl, dass bereits alle Veränderungen vollzogen sind. Ich habe gehört, dass die ersten ein bis zwei Jahre intensiv sind. Ich würde aber nicht sagen, dass sie anstrengend sind. Natürlich gibt es gewisse Punkte, die überwindet werden müssen: Die Sucht nach Kochkost und die Entgiftung. Allerdings sind die positiven Entwicklungen so groß und nehmen immer weiter zu, wohingegen die Sucht und Entgiftung abnehmen, dass ich niemals denken würde, dass es das nicht Wert ist oder zu anstrengend ist. Ich habe es aber auch zugegeben einfacher. Der soziale Faktor des gemeinsamen Essens und die Konfrontation mit Kochkost ist recht gering bei mir. Ich lebe alleine und in der Natur. Ich rieche nur selten Kochkost und bin nur selten anwesend, wenn Kochkost gegessen wird. Auch sehe ich nicht ständig Plakate und Werbungen und Restaurants und Bäckereien und andere Dinge, mit denen ich in der Stadt konfrontiert, nein, eher manipuliert werden würde. Ich bin von Natur umgeben, und von Wildkräutern und Früchten, die hier einfach so um mich herum wachsen. Das wirkt sehr heilsam, nicht nur bezüglich der Ernährung. Auch gibt es hier viele Menschen, die dem Thema gegenüber aufgeschlossen sind oder sich selbst roh ernähren oder dies tun möchten. Somit kann ich mich viel austauschen. Und entsprechend sieht auch das Angebot an rohen Lebensmitteln in Orgiva aus, dem nahegelegenem Dorf, in dem ich einkaufen gehe. Hier gibt es im Sommer auf dem Wochenmarkt einen Rohkost-Stand mit Kuchen, Energiebällchen und jeder Menge Superfoods. Des weiteren gibt es mehrere Reformhäuser, von denen eines von ehemaligen Rohköstler_innen geführt wird und entsprechend auch viele interessante Sachen führt: rohes Eis, Superfoods, Cracker, rohe Schokolade und Kuchen etc.. In Deutschland würde ich wohl einiges bestellen müssen, was ich hier einfach im nächstliegenden Dorf kaufen kann.
Das macht mir die Umstellungsphase viel angenehmer. Es ist wie eine Kur für Leib und Seele :)
Um eine Bilanz zu ziehen, habe ich eine Liste zusammengestellt mit positiven Veränderungen, seit dem ich mich roh ernähre. Es ist sicherlich nicht alles nur auf die Rohkost zurückzuführen, sondern auch darauf, dass ich in der Natur bin, frische Luft atme, mich mehr bewege, mehr Sonne habe etc. Es ist wohl ein komplexes Zusammenspiel vieler Faktoren, die sich gegenseitig beeinflussen und verstärken, aber ich denke, dass die Ernährung da ein sehr wichtiger, treibender Faktor ist. (Was eher mit Leben in der Natur zusammenhängt, werde ich vielleicht in den nächsten Wochen in Deutschland erfahren, wo ich wieder mit Stadtleben konfrontiert bin. Ich bin gespannt darauf, wie sich dies auswirken wird.)
Ich habe mich auch bemüht, Punkte zu finden, die sich negativ entwickelt haben seit der Rohkost. Ich kann aber tatsächlich nichts finden. Höchstens Punkte, bei denen (noch) keine Veränderung aufgetreten ist oder ich mir eine stärkere Veränderung wünschte. Da bin ich aber sehr zuversichtlich, dass sich dies auch noch weiterentwickeln wird und ich meine Liste der positiven Veränderungen mit den Monaten erweitern kann.
Nun also die positiven Veränderungen, die aufgetreten sind, seit dem ich mich roh ernähre:
- Meine Haut kann besser mit Sonne umgehen. Ich hatte in den vier Monaten spanische Sonne, und sehr viel davon, nie Sonnenbrand und habe auch nie Sonnenschutzcreme verwendet.
Hatte aber durch den Urlaub auf La Gomera schon eine gewisse Gewöhnung an die Sonne. Dennoch: Selbst auf La Gomera hatte ich nur einen geringen Sonnenbrand, wohingegen ich die letzten Jahre trotz intensiven Gebrauch von Sonnenschutzcreme selbst in der deutschen Sonne es immer wieder geschafft habe, einen Sonnenbrand zu bekommen.. Des weiteren habe ich eine sehr intensive, gesunde Bräune.
- Hautbeschaffenheit und -aussehen wird Monat für Monat besser. Haut wird straffer, fester, weicher. Hautprobleme, wie Pickel, Ausschlag etc. werden immer geringer und verschwinden allmählich ganz. Ich habe eine leichte Form von Neurodermitis, die aber schon fast vollständig verschwunden ist. Keine trockene Haut mehr, wie zuvor ständig. Ich benutze keine Tagescremes oder Bodylotions mehr – weil ich sie nicht brauche.
- Höhere Leistungsfähigkeit, obwohl sich die Kalorienaufnahme Monat für Monat verringert. Schlafzeit wird kürzer. Anfangs brauchte ich 10-12 Stunden und einen Mittagsschlaf um nicht müde zu sein, jetzt brauche ich 8-9 Stunden und keinen Mittagsschlaf. Kann auch ohne Probleme damit umgehen, wenn ich weniger Schlaf bekomme, auch über mehrere Tage hinweg. Ich erhoffe mir aber, dass sich die Schlafzeit noch weiter verringert (wie ich das von anderen gehört habe).
- Schnelleres Aufwachen. Früher brauchte ich oft Stunden, bis ich auf der Höhe war.. Jetzt stehe ich auf und der Tag beginnt. Ich sehe auch so aus. Keine tiefen Augenringe oder ein angeschwollenes Gesicht am Morgen mehr.
- Keinen schleimigen Husten oder Halsschmerzen mehr (zuvor ständig und selbst im Sommer, es gehörte zu meinem Alltag).
- Steigende Kälte- und Hitzeresistenz.
- Harmlose Periode. Fast keine Auswirkungen auf meine Stimmung (zuvor große Stimmungsschwankungen, Depressionen, Müdigkeit, Wunsch mich zurück zu ziehen und zu isolieren). Dauert nur 2-3 Tage an (zuvor: 5-7). Geringe Blutung (zuvor: große Mengen an Blut). Keine oder sehr geringe Schmerzen (zuvor: sehr schmerzhafte Bauchkrämpfe und allgemein stark gesteigertes Schmerzempfinden).
- Angenehmer Körpergeruch, kein Mundgeruch, milderer Geruch der Körperausscheidungen.
- Weniger Zahnablagerungen.
- Fast nie Blähungen und wenn, dann durch zu große Mischung der Speisen (zuvor: seit Jahren ständige Blähungen und scheinbar grundlos).
- Gewichtsreduzierung (etwa 12-15 Kilo in sieben Monaten, genauere Angabe, sobald ich mich wiegen kann ;).
- Besserer, tieferer Schlaf (zuvor: öfter Probleme ein und durch zu schlafen).
- Weitaus seltener Muskelkater, fast nie.
- Gesteigertes Gefühl für, wie mir scheint, natürliches Leben. Gesteigertes Körpergefühl. Gesteigerte Instinkte. (Beispiele: Schlafenszeit normalisiert sich, kein Aufbleiben bis tief in die Nacht. Natürliche Müdigkeit, wenn die Sonne untergeht und Aufwachen, wenn es hell wird. - Unangenehmes Gefühl bei Feuer. Fühle die potentielle Gefahr. Leichter Fluchtinstinkt.)
- Andere Suchtmittel (außerhalb der Ernährung) wie Alkohol und Drogen haben keinen Reiz für mich. Ich habe noch relativ kurz vor der rohen Zeit einem Bier in Gemeinschaft nicht widerstehen können, obwohl ich das Gefühl danach bereits nicht leiden konnte. Ich habe festgestellt: Je mehr ich meine Ernährung umgestellt habe, je gesünder ich gelebt habe in den letzten Jahren, desto geringer wurde der Reiz von Alkohol und Drogen und desto unangenehmer fühlte sich der Konsum an. Ich würde trinken und rauchen, wenn ich denn wollte. Ich will jedoch nicht. Ich sehe keinen Grund mehr darin es zu tun und weiß nicht, warum ich mich anders fühlen wollte, als ich mich jetzt fühle.
- Gesteigerte Spiritualität, Naturliebe, Selbstvertrauen, Ruhe, Geduld, Freude, Gefühl der Dankbarkeit, Zuversicht. Immer weniger und mildere Stimmungsschwankungen. Gefühle wie Auswegslosigkeit, Wut, Trauer, Ärger, Selbstmitleid, Aggressionen werden immer seltener, kürzer andauernd und schwächer.
- Klareres Denken, schnellere Problemlösung, mehr Konzentration.
- Gesteigerter Geruchs- und Geschmackssinn (sowohl im Vergleich zu mir früher als auch zu anderen Kochköstler_innen).
- Alte, verdrängte Emotionen kommen wieder auf und können nun verarbeitet und gelöst werden.
Ich habe festgestellt, dass die positiven Entwicklungen umso deutlicher hervor kommen, je natürlicher meine Ernährung ist, also je weniger Zubereitetes ich esse, je weniger ich insgesamt esse, je weniger Fett und Proteine ich esse etc. Die beste Entwicklung hatte ich, als ich mich eine Woche lang nur von den Dingen ernährt habe, die hier wachsen, also Feigen, Kaktusfeigen, Weintrauben, Brombeeren und Wildkräuter.
Des weiteren habe ich die meisten dieser Entwicklungen bereits leicht bei den vorherigen Veränderungen meiner Ernährung wahrgenommen, also als ich mich vegetarisch und später vegan ernährt habe, während ich allmählich mehr und mehr Rohkost zu mir genommen habe und als ich im letzten Herbst mich einen Monat roh ernährte. Als ich wieder zur Kochkost zurückkehrte, sind diese positiven Entwicklungen entsprechend wieder zurückgegangen/verschwunden.
Auch interessant ist, dass ich durch Austausch mit anderen Menschen und durch Lesen von Rohkost-Erfahrungen Anderer feststelle, dass der größte Teil der Punkte genauso auch von anderen beobachtet wird.
Ich habe aber die letzten Monate nicht nur Rohes zu mir genommen. Zum einen sind mir das ein oder andere Mal versehentlich unrohe Dinge untergekommen, wie z.B. Nüsse, die sich als unroh herausgestellt haben, oder Riegel, die auf den ersten Blick roh zu sein schienen, beim genaueren studieren der Zutatenliste aber nur 50-75% roh waren.
Ich habe allerdings auch bewusst einige Male Kochkost gegessen. Aus ganz unterschiedlichen Gründen. Ein Mal aus sozialen Gründen: In der Big Lodge wird gemeinsam Essen zubereitet und da ich immer zu allem nein sage, was dort herumgereicht und geteilt wird (Essen, Wasserpfeifen, Zigaretten, Joints), habe ich mich einmal beim Essen dazu entschieden, nicht nein zu sagen, um zu schauen, wie ich darauf reagiere und was mir der soziale Faktor von (gekochtem) Essen bedeutet.
Andere Male (die Male, die ich bewusst Kochkost gegessen habe lassen sich an zwei Händen abzählen) habe ich Kochkost entweder wieder aus Neugierde probiert, ob und wie ich darauf reagieren würde, aber auch weil die Sucht noch nicht ganz überwunden ist. Ich quäle mich nicht, sondern tue, was ich möchte. Wenn das Gefühl „Das will ich essen.“ sehr groß ist, dann lasse ich es zu. Ich fühle mich gestärkt genug in der Rohkost, ich weiß, dass ein bisschen Kohkost mich nicht ins Wanken bringen wird. Ich sehe keinen Grund, zu der Kochkost zurück zu kehren. Deswegen lasse ich es die ohnehin seltenen Male zu und beobachte dann. Was macht die Kochkost mit mir? Dies gibt es im nächsten Eintrag zu lesen :)
Das macht mir die Umstellungsphase viel angenehmer. Es ist wie eine Kur für Leib und Seele :)
Um eine Bilanz zu ziehen, habe ich eine Liste zusammengestellt mit positiven Veränderungen, seit dem ich mich roh ernähre. Es ist sicherlich nicht alles nur auf die Rohkost zurückzuführen, sondern auch darauf, dass ich in der Natur bin, frische Luft atme, mich mehr bewege, mehr Sonne habe etc. Es ist wohl ein komplexes Zusammenspiel vieler Faktoren, die sich gegenseitig beeinflussen und verstärken, aber ich denke, dass die Ernährung da ein sehr wichtiger, treibender Faktor ist. (Was eher mit Leben in der Natur zusammenhängt, werde ich vielleicht in den nächsten Wochen in Deutschland erfahren, wo ich wieder mit Stadtleben konfrontiert bin. Ich bin gespannt darauf, wie sich dies auswirken wird.)
Ich habe mich auch bemüht, Punkte zu finden, die sich negativ entwickelt haben seit der Rohkost. Ich kann aber tatsächlich nichts finden. Höchstens Punkte, bei denen (noch) keine Veränderung aufgetreten ist oder ich mir eine stärkere Veränderung wünschte. Da bin ich aber sehr zuversichtlich, dass sich dies auch noch weiterentwickeln wird und ich meine Liste der positiven Veränderungen mit den Monaten erweitern kann.
Nun also die positiven Veränderungen, die aufgetreten sind, seit dem ich mich roh ernähre:
- Meine Haut kann besser mit Sonne umgehen. Ich hatte in den vier Monaten spanische Sonne, und sehr viel davon, nie Sonnenbrand und habe auch nie Sonnenschutzcreme verwendet.
Hatte aber durch den Urlaub auf La Gomera schon eine gewisse Gewöhnung an die Sonne. Dennoch: Selbst auf La Gomera hatte ich nur einen geringen Sonnenbrand, wohingegen ich die letzten Jahre trotz intensiven Gebrauch von Sonnenschutzcreme selbst in der deutschen Sonne es immer wieder geschafft habe, einen Sonnenbrand zu bekommen.. Des weiteren habe ich eine sehr intensive, gesunde Bräune.
- Hautbeschaffenheit und -aussehen wird Monat für Monat besser. Haut wird straffer, fester, weicher. Hautprobleme, wie Pickel, Ausschlag etc. werden immer geringer und verschwinden allmählich ganz. Ich habe eine leichte Form von Neurodermitis, die aber schon fast vollständig verschwunden ist. Keine trockene Haut mehr, wie zuvor ständig. Ich benutze keine Tagescremes oder Bodylotions mehr – weil ich sie nicht brauche.
- Höhere Leistungsfähigkeit, obwohl sich die Kalorienaufnahme Monat für Monat verringert. Schlafzeit wird kürzer. Anfangs brauchte ich 10-12 Stunden und einen Mittagsschlaf um nicht müde zu sein, jetzt brauche ich 8-9 Stunden und keinen Mittagsschlaf. Kann auch ohne Probleme damit umgehen, wenn ich weniger Schlaf bekomme, auch über mehrere Tage hinweg. Ich erhoffe mir aber, dass sich die Schlafzeit noch weiter verringert (wie ich das von anderen gehört habe).
- Schnelleres Aufwachen. Früher brauchte ich oft Stunden, bis ich auf der Höhe war.. Jetzt stehe ich auf und der Tag beginnt. Ich sehe auch so aus. Keine tiefen Augenringe oder ein angeschwollenes Gesicht am Morgen mehr.
- Keinen schleimigen Husten oder Halsschmerzen mehr (zuvor ständig und selbst im Sommer, es gehörte zu meinem Alltag).
- Steigende Kälte- und Hitzeresistenz.
- Harmlose Periode. Fast keine Auswirkungen auf meine Stimmung (zuvor große Stimmungsschwankungen, Depressionen, Müdigkeit, Wunsch mich zurück zu ziehen und zu isolieren). Dauert nur 2-3 Tage an (zuvor: 5-7). Geringe Blutung (zuvor: große Mengen an Blut). Keine oder sehr geringe Schmerzen (zuvor: sehr schmerzhafte Bauchkrämpfe und allgemein stark gesteigertes Schmerzempfinden).
- Angenehmer Körpergeruch, kein Mundgeruch, milderer Geruch der Körperausscheidungen.
- Weniger Zahnablagerungen.
- Fast nie Blähungen und wenn, dann durch zu große Mischung der Speisen (zuvor: seit Jahren ständige Blähungen und scheinbar grundlos).
- Gewichtsreduzierung (etwa 12-15 Kilo in sieben Monaten, genauere Angabe, sobald ich mich wiegen kann ;).
- Besserer, tieferer Schlaf (zuvor: öfter Probleme ein und durch zu schlafen).
- Weitaus seltener Muskelkater, fast nie.
- Gesteigertes Gefühl für, wie mir scheint, natürliches Leben. Gesteigertes Körpergefühl. Gesteigerte Instinkte. (Beispiele: Schlafenszeit normalisiert sich, kein Aufbleiben bis tief in die Nacht. Natürliche Müdigkeit, wenn die Sonne untergeht und Aufwachen, wenn es hell wird. - Unangenehmes Gefühl bei Feuer. Fühle die potentielle Gefahr. Leichter Fluchtinstinkt.)
- Andere Suchtmittel (außerhalb der Ernährung) wie Alkohol und Drogen haben keinen Reiz für mich. Ich habe noch relativ kurz vor der rohen Zeit einem Bier in Gemeinschaft nicht widerstehen können, obwohl ich das Gefühl danach bereits nicht leiden konnte. Ich habe festgestellt: Je mehr ich meine Ernährung umgestellt habe, je gesünder ich gelebt habe in den letzten Jahren, desto geringer wurde der Reiz von Alkohol und Drogen und desto unangenehmer fühlte sich der Konsum an. Ich würde trinken und rauchen, wenn ich denn wollte. Ich will jedoch nicht. Ich sehe keinen Grund mehr darin es zu tun und weiß nicht, warum ich mich anders fühlen wollte, als ich mich jetzt fühle.
- Gesteigerte Spiritualität, Naturliebe, Selbstvertrauen, Ruhe, Geduld, Freude, Gefühl der Dankbarkeit, Zuversicht. Immer weniger und mildere Stimmungsschwankungen. Gefühle wie Auswegslosigkeit, Wut, Trauer, Ärger, Selbstmitleid, Aggressionen werden immer seltener, kürzer andauernd und schwächer.
- Klareres Denken, schnellere Problemlösung, mehr Konzentration.
- Gesteigerter Geruchs- und Geschmackssinn (sowohl im Vergleich zu mir früher als auch zu anderen Kochköstler_innen).
- Alte, verdrängte Emotionen kommen wieder auf und können nun verarbeitet und gelöst werden.
Ich habe festgestellt, dass die positiven Entwicklungen umso deutlicher hervor kommen, je natürlicher meine Ernährung ist, also je weniger Zubereitetes ich esse, je weniger ich insgesamt esse, je weniger Fett und Proteine ich esse etc. Die beste Entwicklung hatte ich, als ich mich eine Woche lang nur von den Dingen ernährt habe, die hier wachsen, also Feigen, Kaktusfeigen, Weintrauben, Brombeeren und Wildkräuter.
Des weiteren habe ich die meisten dieser Entwicklungen bereits leicht bei den vorherigen Veränderungen meiner Ernährung wahrgenommen, also als ich mich vegetarisch und später vegan ernährt habe, während ich allmählich mehr und mehr Rohkost zu mir genommen habe und als ich im letzten Herbst mich einen Monat roh ernährte. Als ich wieder zur Kochkost zurückkehrte, sind diese positiven Entwicklungen entsprechend wieder zurückgegangen/verschwunden.
Auch interessant ist, dass ich durch Austausch mit anderen Menschen und durch Lesen von Rohkost-Erfahrungen Anderer feststelle, dass der größte Teil der Punkte genauso auch von anderen beobachtet wird.
Ich habe aber die letzten Monate nicht nur Rohes zu mir genommen. Zum einen sind mir das ein oder andere Mal versehentlich unrohe Dinge untergekommen, wie z.B. Nüsse, die sich als unroh herausgestellt haben, oder Riegel, die auf den ersten Blick roh zu sein schienen, beim genaueren studieren der Zutatenliste aber nur 50-75% roh waren.
Ich habe allerdings auch bewusst einige Male Kochkost gegessen. Aus ganz unterschiedlichen Gründen. Ein Mal aus sozialen Gründen: In der Big Lodge wird gemeinsam Essen zubereitet und da ich immer zu allem nein sage, was dort herumgereicht und geteilt wird (Essen, Wasserpfeifen, Zigaretten, Joints), habe ich mich einmal beim Essen dazu entschieden, nicht nein zu sagen, um zu schauen, wie ich darauf reagiere und was mir der soziale Faktor von (gekochtem) Essen bedeutet.
Andere Male (die Male, die ich bewusst Kochkost gegessen habe lassen sich an zwei Händen abzählen) habe ich Kochkost entweder wieder aus Neugierde probiert, ob und wie ich darauf reagieren würde, aber auch weil die Sucht noch nicht ganz überwunden ist. Ich quäle mich nicht, sondern tue, was ich möchte. Wenn das Gefühl „Das will ich essen.“ sehr groß ist, dann lasse ich es zu. Ich fühle mich gestärkt genug in der Rohkost, ich weiß, dass ein bisschen Kohkost mich nicht ins Wanken bringen wird. Ich sehe keinen Grund, zu der Kochkost zurück zu kehren. Deswegen lasse ich es die ohnehin seltenen Male zu und beobachte dann. Was macht die Kochkost mit mir? Dies gibt es im nächsten Eintrag zu lesen :)
Beni lässt nicht los...
Eigentlich möchte ich ja schon seit längerem in Deutschland sein, aber irgendwie habe ich es noch nicht dorthin geschafft. Es scheint fast so, als ob Beneficio mich festhält..
Anfangs wollte ich es mir hier nur anschauen, nur so ein, zwei Monate bleiben und dann weiterreisen. Dann gefiel es mir hier aber so gut, dass ich mich entschied einen Monat länger zu bleiben. Als dieser Monat verging und ich mich aufmachen wollte, brachten mich verschiedene Punkte dazu, doch noch länger zu bleiben. Wie ich bereits schrieb, bin ich vor einigen Wochen umgezogen. Ich wollte das schnell erledigen und dann aufbrechen, aber es kamen Fragen auf, die ich zunächst klären musste (ob die Nachbarn auch einverstanden sind, dass ich dort lebe, und ob nicht noch jemand anderes Interesse an demselben Platz hat). Auch hatte ich keine Mitfahrgelegenheit und war mir unsicher, ob ich wieder bereit zum Trampen bin.
Die Fragen geklärt und an meinen geliebten Platz gezogen ging es einige Wochen später endlich los, ich verließ Beneficio.. Nur um beim Trampen zwei Tage an der gleichen Stelle hängen zu bleiben und Erfahrungen damit zu machen, wie schwer es sein kann in Spanien zu Trampen und vor Allem mit einem Hund.
Letztlich traf ich Leute aus Beneficio, die gerade von einem Festival zurück nach Beni fuhren. Ich war so ermüdet von den Strapazen, nicht weiter zu kommen und nach den Monaten in der Natur wieder auf die Stadt zu treffen, dass ich nicht widerstehen konnte, mit ihnen zurück zu fahren. Also wieder hier..
Diesmal habe ich eine Mitfahrgelegenheit gefunden, die mich mitsamt Hund von Orgiva bis nach Karlsruhe fährt. Perfekt. Am Donnerstag sollte es eigentlich bereits losgehen und Freitag Abend hätte ich ankommen sollen, die Fahrt wurde jedoch kurzfristig verschoben. Montag soll es nun sein. Hoffen wir es..
Noch gar nicht in Deutschland angekommen, falls ich es überhaupt jemals schaffe, denke ich schon wieder an meine Rückreise. Da ich mich dazu entschieden habe, hier den Winter zu verbringen, möchte ich gerne ein paar Sachen aus Deutschland hierher bringen.
Ich bräuchte dazu allerdings ein Auto. Somit schalte ich hier ein Gesuch: Wer hat ein Auto mit viel Stauraum (ein Van, Minibus o.Ä.) und möchte gerne Ende Oktober oder im November mit mir, meinem Hund Luna und eventuell ein bis zwei weiteren Personen nach Beneficio fahren, um es sich hier anzuschauen? Benzinkosten werden natürlich geteilt. Des weiteren kann ich anbieten: Übernachtung auf meinem Platz oder in der Nähe in einem Zelt (habe ein 4-Personen-Zelt und ein weiteres 1-2 Personenzelt), Tour durch Beneficio und Einführung in die rohe, stromlose Kost :). Soweit ich selbst bewandert bin auch gerne eine Wildkräuterwanderung (bin selbst gerade dabei über die Kräuter hier zu lernen, aber wir können ja gemeinsam lernen :)
Vielleicht haben auch mehrere Interesse. Dann könnten wir als Gruppe fahren und meine Sachen könnten auf mehrere, kleinere Autos verteilt werden.
Bei Interesse bitte Nachricht an: loveforfruits@gmail.com
Anfangs wollte ich es mir hier nur anschauen, nur so ein, zwei Monate bleiben und dann weiterreisen. Dann gefiel es mir hier aber so gut, dass ich mich entschied einen Monat länger zu bleiben. Als dieser Monat verging und ich mich aufmachen wollte, brachten mich verschiedene Punkte dazu, doch noch länger zu bleiben. Wie ich bereits schrieb, bin ich vor einigen Wochen umgezogen. Ich wollte das schnell erledigen und dann aufbrechen, aber es kamen Fragen auf, die ich zunächst klären musste (ob die Nachbarn auch einverstanden sind, dass ich dort lebe, und ob nicht noch jemand anderes Interesse an demselben Platz hat). Auch hatte ich keine Mitfahrgelegenheit und war mir unsicher, ob ich wieder bereit zum Trampen bin.
Die Fragen geklärt und an meinen geliebten Platz gezogen ging es einige Wochen später endlich los, ich verließ Beneficio.. Nur um beim Trampen zwei Tage an der gleichen Stelle hängen zu bleiben und Erfahrungen damit zu machen, wie schwer es sein kann in Spanien zu Trampen und vor Allem mit einem Hund.
Letztlich traf ich Leute aus Beneficio, die gerade von einem Festival zurück nach Beni fuhren. Ich war so ermüdet von den Strapazen, nicht weiter zu kommen und nach den Monaten in der Natur wieder auf die Stadt zu treffen, dass ich nicht widerstehen konnte, mit ihnen zurück zu fahren. Also wieder hier..
Diesmal habe ich eine Mitfahrgelegenheit gefunden, die mich mitsamt Hund von Orgiva bis nach Karlsruhe fährt. Perfekt. Am Donnerstag sollte es eigentlich bereits losgehen und Freitag Abend hätte ich ankommen sollen, die Fahrt wurde jedoch kurzfristig verschoben. Montag soll es nun sein. Hoffen wir es..
Noch gar nicht in Deutschland angekommen, falls ich es überhaupt jemals schaffe, denke ich schon wieder an meine Rückreise. Da ich mich dazu entschieden habe, hier den Winter zu verbringen, möchte ich gerne ein paar Sachen aus Deutschland hierher bringen.
Ich bräuchte dazu allerdings ein Auto. Somit schalte ich hier ein Gesuch: Wer hat ein Auto mit viel Stauraum (ein Van, Minibus o.Ä.) und möchte gerne Ende Oktober oder im November mit mir, meinem Hund Luna und eventuell ein bis zwei weiteren Personen nach Beneficio fahren, um es sich hier anzuschauen? Benzinkosten werden natürlich geteilt. Des weiteren kann ich anbieten: Übernachtung auf meinem Platz oder in der Nähe in einem Zelt (habe ein 4-Personen-Zelt und ein weiteres 1-2 Personenzelt), Tour durch Beneficio und Einführung in die rohe, stromlose Kost :). Soweit ich selbst bewandert bin auch gerne eine Wildkräuterwanderung (bin selbst gerade dabei über die Kräuter hier zu lernen, aber wir können ja gemeinsam lernen :)
Vielleicht haben auch mehrere Interesse. Dann könnten wir als Gruppe fahren und meine Sachen könnten auf mehrere, kleinere Autos verteilt werden.
Bei Interesse bitte Nachricht an: loveforfruits@gmail.com
Tuesday, August 24, 2010
Ein kleiner Gang durch Beneficio...
...und durch meine Zeit hier.
Als ich in Beneficio ankam, hatte ich bereits über die Freundin einer Freundin einen Kontakt hier und über diesen Kontakt konnte ich mein Zelt auf einer Terrasse aufstellen und für mich sein. Andernfalls wäre ich vielleicht im Tal geblieben und hätte mein Zelt dort aufgestellt, wo auch andere Camper ihre Zelte haben. Wie schon erwähnt gibt es viele, die Beneficio nur für ein paar Tage oder Wochen besuchen, besonders zur Ferienzeit, und diese sind meist in einem kleinen Waldstück, das den Anfang Beneficios darstellt.
Davor liegt der Car Park. Ein häßlicher Parkplatz auf dem auch einige in ihren Wohnmobilen oder zusammen gezimmerten kleinen Häuschen seit Jahren wohnen. Hier liegt recht viel Müll rum, wird öfter laute, elektronische Musik gespielt und Alkohol getrunken und hier sind leider oft Betrunkene zu finden, wohingegen innerhalb Beneficios niemand betrunken sein sollte. Der Car Park wäre der häßliche Teil Beneficios, nur dass es eigentlich kein Teil Beneficios ist. Offiziell beginnt Beneficio mit dem Waldstück, dennoch ist der Car Park ein Teil des Alltags hier.
Dem Weg durch den Wald folgend kommen wir direkt auf die Big Lodge zu – der Gemeinschaftsplatz. Es gibt hier einen großen gemeinschaftlichen Garten, eine Freiluftküche, ein 10m weites Tipi, dass bei Regen und im Winter genutzt wird, und eine Fläche unter Bäumen, die im Sommer genutzt wird. Hier wird mehrmals im Lauf des Tages gemeinschaftlich Essen zubereitet (Gemeinschaftsessen ist immer vegetarisch und meist auch vegan). Wenn das Essen fertig ist, wird viermal durch ein Horn geblasen um allen Bescheid zu geben. Das Essen ist aus dem Garten oder wird mit gespendetem Geld gekauft – dieses ist entweder aus der „Magic Box“, die neben dem schwarzen Brett vor dem Tipi steht, oder aus dem „Magic Hat“, der ab und an begleitet von einem gemeinsam gesungenen Lied durch die Runde gereicht wird.
Neben dem Essen spielt die Musik eine große Rolle. In der Big Lodge liegen viele Trommeln und ein paar andere Instrumente, damit sich jedeR etwas greifen und spielen kann. Manchmal gibt es auch tagsüber Musik, meist aber eher abends. Irgendwas gibt es eigentlich jeden Abend, doch was genau ist jeden Tag eine Überraschung. Manchmal sind nicht viele da, manchmal ist die Big Lodge voll. Manchmal sind die meisten Gesichter fremd, manchmal sind viele Bekannte da. Manchmal wird leise vor sich hingetrommelt, manchmal werden gemeinsam Bhajans gesungen, manchmal wird wild gejammt, manchmal spielen einzelne ihre gecoverten oder auch selbstkomponierten Songs vor. Manchmal wird auch gar nichts gespielt, sondern nur gequatscht. Oft gibt es etwas zu lachen. Manchmal gibt es besondere Überraschungen und ein Saxophonist ist da oder eine Geigerin oder es gibt eine Feuershow zu sehen, oder es werden neue Lieder aus aller Welt von den Besuchern gesungen und gespielt. Wenn immer ich Lust habe und nicht allzu müde bin, gehe ich zur Big Lodge und schaue, was es so gibt. Oft genug bleibe ich :)
Vor Allem einmal im Monat, zu Vollmond, sollte mensch sich die Big Lodge nicht entgehen lassen. Da finden sich die meisten Menschen zusammen und es gibt viel Essen und Musik.
Dem Weg nach der Big Lodge immer weiter folgend, zur Linken von einem Fluß begleitet, könnten wir irgendwann rechts abbiegen und hoch gehen, wo es einen kleinen Pool gibt. Dieser ist etwa fünf auf zehn Meter groß und im Wasser hat Mensch einen Blick durch die Berge. Ein eigenartiges Gefühl im Wasser zu sein und eine Aussicht auf die Berge zu haben..
Oder aber wir entscheiden uns weiter gerade aus zu laufen, lassen uns von den Windungen des Weges und den Gärten links und rechts nicht irritieren und kommen zu einem sehr großen Wasserfall. Es gibt hier viele kleinere Wasserfälle, dieser jedoch ist der größte und wenn das Wasser nur so runterfällt – leider kommt nicht immer so viel Wasser – ist es ein unheimliches Vergnügen an einem heißen Tag unter dem eiskalten Schwall zu stehen.
Neben dem Wasserfall gibt es einen kleineren Pool. Zum Bahnen schwimmen ist der Pool zu klein und nicht überall tief genug, für eine kleine Abkühlung aber immer gut und vor Allem wird er von Quellwasser gespeist. Direkt neben dem Pool ist nämlich eine Quelle mit frischem Schneewasser aus den Gipfeln der Berge. Es gibt viele Quellen in Beni (Kosename Beneficios), aber ich denke, dass das Wasser aus dieser Quelle das Beste ist.
Wenn wir nun wieder den Weg ein Stück zurück gehen, sehen wir zur Rechten zwei Baumstämme, die über den Fluß führen, an dem entlang wir größtenteils gelaufen sind. Hier ist auch ein Schild auf dem Brot und Käse auf spanisch und englisch beworben wird, das neben dem Fluß verkauft wird. Diesen Fluß überquerend und den Berg hinauf steigend kommen wir irgendwann, wenn wir die richtigen Abbiegungen nehmen, auf die Terrasse, auf der ich bisher gelebt habe. Auf der rechten Seite der Terrasse gibt es ein kleines Steinhaus, dass ursprünglich ein kleiner Pool werden sollte, dann zu einem Haus umgebaut wurde, nun aber hoffentlich wieder bald zu seiner ursprünglichen Bestimmung zurückgeführt werden kann.
Die Terrasse ist bereits sehr schön, doch ich habe mich nun in eine zwei Terrassen höher gelegene Terrasse verliebt. Nach ein paar Unsicherheiten, Gerüchten jemand anderes wollte auch dort wohnen, die sich aber als falsch herausgestellt haben, bin ich nun endlich hier.
Aber warum bin ich hierher hochgezogen, wenige Zeit bevor ich zurück nach Deutschland komme? Habe ich etwa vor hierher zurück zu kommen, gar hier zu leben?
Die eindeutige Antwort darauf wird sich wohl erst mit der Zeit und dem aktiven leben der Antwort zeigen – denn ich lasse mich nicht mehr festlegen. Ich genieße nun die Freiheit, jederzeit eine komplett andere Richtung einzuschlagen.
Doch ja, derzeit habe ich die Idee hier den Winter zu verbringen und dann weiter zu schauen. Die Reiselust hat mich noch lange nicht verlassen. Doch ich wünsche mir auch eine Art Heimbasis zu haben, wohin ich immer wieder zurückkehren kann und wo ich auch immer wieder ausruhen kann. Vielleicht ist Beneficio hierfür geeignet.
Und sonst so? :)
Ich bin nun mit einer Tierfreundin. Ich habe mich in einen hier geborenen Welpen verliebt und wir sind nun seit zwei Monaten zusammen unterwegs und planen, den Rest unseres Lebens gemeinsam zu verbringen. Sie heißt Luna. Wir sind sehr glücklich zusammen :)
Ich genieße das Leben. Und die Rohkost. Mehr dazu nächstes Mal ;)
(Ich würde gerne mit Fotos von Allem dienen, doch leider ist meine Kamera kaputt und es gibt in dem hier benachbarten Dorf keine Gute. Somit müssen wir warten bis ich mir eine neue in Deutschland gekauft habe und wieder hier bin ;)
Als ich in Beneficio ankam, hatte ich bereits über die Freundin einer Freundin einen Kontakt hier und über diesen Kontakt konnte ich mein Zelt auf einer Terrasse aufstellen und für mich sein. Andernfalls wäre ich vielleicht im Tal geblieben und hätte mein Zelt dort aufgestellt, wo auch andere Camper ihre Zelte haben. Wie schon erwähnt gibt es viele, die Beneficio nur für ein paar Tage oder Wochen besuchen, besonders zur Ferienzeit, und diese sind meist in einem kleinen Waldstück, das den Anfang Beneficios darstellt.
Davor liegt der Car Park. Ein häßlicher Parkplatz auf dem auch einige in ihren Wohnmobilen oder zusammen gezimmerten kleinen Häuschen seit Jahren wohnen. Hier liegt recht viel Müll rum, wird öfter laute, elektronische Musik gespielt und Alkohol getrunken und hier sind leider oft Betrunkene zu finden, wohingegen innerhalb Beneficios niemand betrunken sein sollte. Der Car Park wäre der häßliche Teil Beneficios, nur dass es eigentlich kein Teil Beneficios ist. Offiziell beginnt Beneficio mit dem Waldstück, dennoch ist der Car Park ein Teil des Alltags hier.
Dem Weg durch den Wald folgend kommen wir direkt auf die Big Lodge zu – der Gemeinschaftsplatz. Es gibt hier einen großen gemeinschaftlichen Garten, eine Freiluftküche, ein 10m weites Tipi, dass bei Regen und im Winter genutzt wird, und eine Fläche unter Bäumen, die im Sommer genutzt wird. Hier wird mehrmals im Lauf des Tages gemeinschaftlich Essen zubereitet (Gemeinschaftsessen ist immer vegetarisch und meist auch vegan). Wenn das Essen fertig ist, wird viermal durch ein Horn geblasen um allen Bescheid zu geben. Das Essen ist aus dem Garten oder wird mit gespendetem Geld gekauft – dieses ist entweder aus der „Magic Box“, die neben dem schwarzen Brett vor dem Tipi steht, oder aus dem „Magic Hat“, der ab und an begleitet von einem gemeinsam gesungenen Lied durch die Runde gereicht wird.
Neben dem Essen spielt die Musik eine große Rolle. In der Big Lodge liegen viele Trommeln und ein paar andere Instrumente, damit sich jedeR etwas greifen und spielen kann. Manchmal gibt es auch tagsüber Musik, meist aber eher abends. Irgendwas gibt es eigentlich jeden Abend, doch was genau ist jeden Tag eine Überraschung. Manchmal sind nicht viele da, manchmal ist die Big Lodge voll. Manchmal sind die meisten Gesichter fremd, manchmal sind viele Bekannte da. Manchmal wird leise vor sich hingetrommelt, manchmal werden gemeinsam Bhajans gesungen, manchmal wird wild gejammt, manchmal spielen einzelne ihre gecoverten oder auch selbstkomponierten Songs vor. Manchmal wird auch gar nichts gespielt, sondern nur gequatscht. Oft gibt es etwas zu lachen. Manchmal gibt es besondere Überraschungen und ein Saxophonist ist da oder eine Geigerin oder es gibt eine Feuershow zu sehen, oder es werden neue Lieder aus aller Welt von den Besuchern gesungen und gespielt. Wenn immer ich Lust habe und nicht allzu müde bin, gehe ich zur Big Lodge und schaue, was es so gibt. Oft genug bleibe ich :)
Vor Allem einmal im Monat, zu Vollmond, sollte mensch sich die Big Lodge nicht entgehen lassen. Da finden sich die meisten Menschen zusammen und es gibt viel Essen und Musik.
Dem Weg nach der Big Lodge immer weiter folgend, zur Linken von einem Fluß begleitet, könnten wir irgendwann rechts abbiegen und hoch gehen, wo es einen kleinen Pool gibt. Dieser ist etwa fünf auf zehn Meter groß und im Wasser hat Mensch einen Blick durch die Berge. Ein eigenartiges Gefühl im Wasser zu sein und eine Aussicht auf die Berge zu haben..
Oder aber wir entscheiden uns weiter gerade aus zu laufen, lassen uns von den Windungen des Weges und den Gärten links und rechts nicht irritieren und kommen zu einem sehr großen Wasserfall. Es gibt hier viele kleinere Wasserfälle, dieser jedoch ist der größte und wenn das Wasser nur so runterfällt – leider kommt nicht immer so viel Wasser – ist es ein unheimliches Vergnügen an einem heißen Tag unter dem eiskalten Schwall zu stehen.
Neben dem Wasserfall gibt es einen kleineren Pool. Zum Bahnen schwimmen ist der Pool zu klein und nicht überall tief genug, für eine kleine Abkühlung aber immer gut und vor Allem wird er von Quellwasser gespeist. Direkt neben dem Pool ist nämlich eine Quelle mit frischem Schneewasser aus den Gipfeln der Berge. Es gibt viele Quellen in Beni (Kosename Beneficios), aber ich denke, dass das Wasser aus dieser Quelle das Beste ist.
Wenn wir nun wieder den Weg ein Stück zurück gehen, sehen wir zur Rechten zwei Baumstämme, die über den Fluß führen, an dem entlang wir größtenteils gelaufen sind. Hier ist auch ein Schild auf dem Brot und Käse auf spanisch und englisch beworben wird, das neben dem Fluß verkauft wird. Diesen Fluß überquerend und den Berg hinauf steigend kommen wir irgendwann, wenn wir die richtigen Abbiegungen nehmen, auf die Terrasse, auf der ich bisher gelebt habe. Auf der rechten Seite der Terrasse gibt es ein kleines Steinhaus, dass ursprünglich ein kleiner Pool werden sollte, dann zu einem Haus umgebaut wurde, nun aber hoffentlich wieder bald zu seiner ursprünglichen Bestimmung zurückgeführt werden kann.
Die Terrasse ist bereits sehr schön, doch ich habe mich nun in eine zwei Terrassen höher gelegene Terrasse verliebt. Nach ein paar Unsicherheiten, Gerüchten jemand anderes wollte auch dort wohnen, die sich aber als falsch herausgestellt haben, bin ich nun endlich hier.
Aber warum bin ich hierher hochgezogen, wenige Zeit bevor ich zurück nach Deutschland komme? Habe ich etwa vor hierher zurück zu kommen, gar hier zu leben?
Die eindeutige Antwort darauf wird sich wohl erst mit der Zeit und dem aktiven leben der Antwort zeigen – denn ich lasse mich nicht mehr festlegen. Ich genieße nun die Freiheit, jederzeit eine komplett andere Richtung einzuschlagen.
Doch ja, derzeit habe ich die Idee hier den Winter zu verbringen und dann weiter zu schauen. Die Reiselust hat mich noch lange nicht verlassen. Doch ich wünsche mir auch eine Art Heimbasis zu haben, wohin ich immer wieder zurückkehren kann und wo ich auch immer wieder ausruhen kann. Vielleicht ist Beneficio hierfür geeignet.
Und sonst so? :)
Ich bin nun mit einer Tierfreundin. Ich habe mich in einen hier geborenen Welpen verliebt und wir sind nun seit zwei Monaten zusammen unterwegs und planen, den Rest unseres Lebens gemeinsam zu verbringen. Sie heißt Luna. Wir sind sehr glücklich zusammen :)
Ich genieße das Leben. Und die Rohkost. Mehr dazu nächstes Mal ;)
(Ich würde gerne mit Fotos von Allem dienen, doch leider ist meine Kamera kaputt und es gibt in dem hier benachbarten Dorf keine Gute. Somit müssen wir warten bis ich mir eine neue in Deutschland gekauft habe und wieder hier bin ;)
Sunday, August 1, 2010
Momentaufnahmen, Bruchstücke - snap-shots, fractions
Ich habe wieder lange geschwiegen. Doch nicht, dass es nichts zu erzählen gäbe. Im Gegenteil. Ich könnte wohl Bücher schreiben über das, was ich erlebe und erfahre und lerne. Aber diese Bücher würden mich abhalten vom Erleben. Würde ich jetzt Bücher schreiben, hätte ich schnell nichts mehr um es aufzuschreiben. Also schweige ich lieber öfter, und erlebe.
Genau hier, wo ich bin, bin ich richtig. Es ist nicht wichtig, wo ich bin. Nur eins ist wichtig: Genau hier wo ich bin, bin ich richtig. Dieses Gefühl und diese Gewissheit habe ich mir lange gewünscht und wünsche ich nun allen. Irgendwann werde ich wohl woanders sein und dort werde ich dann genauso richtig sein. Was zählt, ist der Moment. Das Jetzt und Hier. Nichts ist ewig, nur der stetige Wandel.
Beneficio ist ein magischer Ort. Zieht an. Sowohl Positives als auch Negatives. Manches Mal erschreckt mich durchaus das Negative, das angezogen wird. Aber ich sehe das Potential. Es gibt einen Grund, warum sich diese Kommune, oder Nicht-Kommune, hier befindet. Dieser Ort ist magisch. Noch ist die Magie eher subtil. Aber sie wird sich entfalten und ich möchte dabei sein. Ich möchte nicht nur dabei sein um zu zuschauen. Ich möchte ein Teil der Entfaltung und Veränderung sein. Ich möchte sie mit hervorbringen.
Es gibt viele magische Orte auf dieser Welt und Beneficio ist nur einer davon. Viele werden die Magie oder das Potential Beneficios nicht sehen oder werden nicht ein Teil dessen sein wollen oder nicht wissen, wie sie ein Teil dessen sein können. Sie werden dann andere magische Orte finden, derer sie ein Teil sein wollen und können. Oder diese Orte werden sie finden. Ich weiß nicht, ob ich Beneficio gefunden habe, oder Beneficio mich. Wohl beides gleichzeitig. Es soll so sein.
Ich bin glücklich, dankbar und zuversichtlich. Und gespannt, wie es sich weiterentwickelt. Das Leben ist ein Spiel. Ein witziges, großartiges, abenteuerliches, spannendes Spiel. Sobald das erkannt ist, fängt es an Spaß zu machen.
Oder: Das Leben ist ein großes Theater. Solange wir unsere Rolle spielen in dem Glauben, alles ist, wie es scheint und alles entzieht sich unserem Einfluss, ist es eine Tragödie. Aber sobald wir einen Schritt zur Seite tun und sehen, dass wir Schauspieler, Regisseure, Autoren und Zuschauer in einem sind, sehen wir, dass es eine Komödie ist. Eine unheimlich gute Komödie. Ironisch und satirisch. Und oft sehr schwarz. Komplex und abstrakt. Selten sofort verstanden. Aber dennoch: Eine Komödie.
I was quiet for a long time again. But not, that there is nothing to be said. In contrary. I could probably write books about what I experience and learn. But these books would keep me of experiencing. Would I write books now, soon I wouldn't have anything to write down anymore. So I keep silent more often, and experience.
Exactly where I am, I am right. It is not important, where I am. Just one thing is important: Exactly where I am, I am right. I wished for this feeling, this confidence for a long time and now I wish everybody to feel this. Someday I will be somewhere else, and there I will be right as well. What counts is the moment. The now and here. Nothing is forever, except constant change.
Beneficio is a magic place. It attracts. Positive as well as negative things. I am indeed sometimes frightend by the negative things, that are being attracted. But I see the potential. There is a reason, for why this commune or non-commune is here. This place is magic. But at the moment this magic is subtle. But it is going to unfold itself and I want to be there, when it does. Not only do I want to be there to watch. But also to be a part of the unfolding and change. I want to contribute to it.
There are many magic places on this planet and Beneficio is just one of them. Many will not see Beneficio's magic and potential or will not want to be a part of it or will not know, how to be a part of it. They will find other magic places, of which they want to and can be a part. Or these places will find them. I don't know, whether I found Beneficio or Beneficio found me. Probably both at the same time. It is supposed to be that way.
I am happy, thankful and confident. And looking forward to how it goes on. Life is a game. A funny, great, adventurous, thrilling game. When you realize this, the real fun begins.
Or: Life is a big theater play. As long as we play our roles believing everything is as it seems and we have no influence over anything, it is a tragedy. But as soon as we put a step aside and see, that we are actors, directors, scriptwriters and viewers at the same time, we see, that it is a comedy. A pretty good one as well. Ironic and satiric. And often black. Complex and abstract. Rarely immediately comprehensed. But still, a comedy.
Genau hier, wo ich bin, bin ich richtig. Es ist nicht wichtig, wo ich bin. Nur eins ist wichtig: Genau hier wo ich bin, bin ich richtig. Dieses Gefühl und diese Gewissheit habe ich mir lange gewünscht und wünsche ich nun allen. Irgendwann werde ich wohl woanders sein und dort werde ich dann genauso richtig sein. Was zählt, ist der Moment. Das Jetzt und Hier. Nichts ist ewig, nur der stetige Wandel.
Beneficio ist ein magischer Ort. Zieht an. Sowohl Positives als auch Negatives. Manches Mal erschreckt mich durchaus das Negative, das angezogen wird. Aber ich sehe das Potential. Es gibt einen Grund, warum sich diese Kommune, oder Nicht-Kommune, hier befindet. Dieser Ort ist magisch. Noch ist die Magie eher subtil. Aber sie wird sich entfalten und ich möchte dabei sein. Ich möchte nicht nur dabei sein um zu zuschauen. Ich möchte ein Teil der Entfaltung und Veränderung sein. Ich möchte sie mit hervorbringen.
Es gibt viele magische Orte auf dieser Welt und Beneficio ist nur einer davon. Viele werden die Magie oder das Potential Beneficios nicht sehen oder werden nicht ein Teil dessen sein wollen oder nicht wissen, wie sie ein Teil dessen sein können. Sie werden dann andere magische Orte finden, derer sie ein Teil sein wollen und können. Oder diese Orte werden sie finden. Ich weiß nicht, ob ich Beneficio gefunden habe, oder Beneficio mich. Wohl beides gleichzeitig. Es soll so sein.
Ich bin glücklich, dankbar und zuversichtlich. Und gespannt, wie es sich weiterentwickelt. Das Leben ist ein Spiel. Ein witziges, großartiges, abenteuerliches, spannendes Spiel. Sobald das erkannt ist, fängt es an Spaß zu machen.
Oder: Das Leben ist ein großes Theater. Solange wir unsere Rolle spielen in dem Glauben, alles ist, wie es scheint und alles entzieht sich unserem Einfluss, ist es eine Tragödie. Aber sobald wir einen Schritt zur Seite tun und sehen, dass wir Schauspieler, Regisseure, Autoren und Zuschauer in einem sind, sehen wir, dass es eine Komödie ist. Eine unheimlich gute Komödie. Ironisch und satirisch. Und oft sehr schwarz. Komplex und abstrakt. Selten sofort verstanden. Aber dennoch: Eine Komödie.
I was quiet for a long time again. But not, that there is nothing to be said. In contrary. I could probably write books about what I experience and learn. But these books would keep me of experiencing. Would I write books now, soon I wouldn't have anything to write down anymore. So I keep silent more often, and experience.
Exactly where I am, I am right. It is not important, where I am. Just one thing is important: Exactly where I am, I am right. I wished for this feeling, this confidence for a long time and now I wish everybody to feel this. Someday I will be somewhere else, and there I will be right as well. What counts is the moment. The now and here. Nothing is forever, except constant change.
Beneficio is a magic place. It attracts. Positive as well as negative things. I am indeed sometimes frightend by the negative things, that are being attracted. But I see the potential. There is a reason, for why this commune or non-commune is here. This place is magic. But at the moment this magic is subtle. But it is going to unfold itself and I want to be there, when it does. Not only do I want to be there to watch. But also to be a part of the unfolding and change. I want to contribute to it.
There are many magic places on this planet and Beneficio is just one of them. Many will not see Beneficio's magic and potential or will not want to be a part of it or will not know, how to be a part of it. They will find other magic places, of which they want to and can be a part. Or these places will find them. I don't know, whether I found Beneficio or Beneficio found me. Probably both at the same time. It is supposed to be that way.
I am happy, thankful and confident. And looking forward to how it goes on. Life is a game. A funny, great, adventurous, thrilling game. When you realize this, the real fun begins.
Or: Life is a big theater play. As long as we play our roles believing everything is as it seems and we have no influence over anything, it is a tragedy. But as soon as we put a step aside and see, that we are actors, directors, scriptwriters and viewers at the same time, we see, that it is a comedy. A pretty good one as well. Ironic and satiric. And often black. Complex and abstract. Rarely immediately comprehensed. But still, a comedy.
Wednesday, June 23, 2010
Lernen in Beneficio
Wie ich schon schrieb, ist Beneficio ein wunderbarer Ort zum Lernen. Es berührt mich sehr zu sehen, dass viele Menschen hier sehr aktiv sind und offen für neue Erfahrungen und neues Wissen. Aus der städtischen Perspektive war ich mir nicht immer so sicher, ob der Mensch tatsächlich von sich aus nach stets mehr Wissenserlangung strebt und von Neugierde getrieben wird. Durch den ständigen Zwang von Außen, zu lernen und sich fortzubilden, durch den Zeitdruck und dem Wettbewerbsdruck und dem Überlebensdruck bezüglich der finanziellen Situation entsteht bei vielen eher eine Sattheit gegenüber dem Lernen und Erfahrungen sammeln und Nachdenken. Es entsteht der Wunsch, den Kopf ab-, den Fernseher anzuschalten und andere für einen denken zu lassen – ob es nun ums Essen geht oder Politik. Andere entscheiden für einen und meist entscheiden wenige – Lobbyisten, Politiker_innen und andere Menschen mit wirtschaftlichen Interessen – für die Mehrheit.
Hier hingegen entscheidet jede_r für sich und alles ist entspannt. Niemand zwingt einen zu irgendetwas. Jede_r kann den Tag nach den eigenen Vorlieben gestalten, kann ihn komplett verschlafen und Drogen konsumieren und wird darin in Ruhe gelassen. Es gibt natürlich dann auch einige, die das genau so tun, die nicht viel mehr tun, außer Schlafen, Essen und Kiffen. Und das ist okay so. Jede_r darf das Leben so gestalten, wie er/sie mag. Und genau weil dies so ist, weil eben keine negative Gegenreaktion kommt, bleibt dies bei vielen eine Phase. Meist ist es eine Phase der Heilung – die Wunden, die von der so genannten Zivilisation davongetragen werden, müssen erst einmal verheilen und es tut gut, absolut nichts zu tun und vor Allem entspannt absolut nichts zu tun, ohne ständige Ermahnungen und Kommentare von Außen. Nach dieser Heilungsphase entsteht dann bei vielen plötzlich eine unheimliche Energie und ein Tatendrang. Auch hier wird dies dadurch unterstützt, dass kein Druck von Außen herrscht. Niemand muss etwas für die Gemeinschaft tun, niemand muss hier auf eine bestimmte Art und Weise leben, niemand muss sich auf eine bestimmte Art und Weise ernähren oder auf eine bestimmte Art und Weise denken. Im Gegenteil – Vielfalt ist erwünscht, ehrlich erwünscht mit dem Bewusstsein, dass Vielfalt auch Exzentrizität oder Isolation mit sich bringen kann.
Wenn die Energie kommt, dann kann sie sich frei entfalten ohne direkt gegen eine Wand zu rennen.
Ich hatte auch meine faule Phase. Zwar hatte ich irgendwo auch einen gewissen Tatendrang, wollte etwas tun, aber die Lethargie war stärker. Und nachdem ich anfangs ein schlechtes Gewissen deswegen hatte und mir viele Gedanken machte, wurde mir dann plötzlich bewusst, dass jetzt doch eigentlich die Gelegenheit ist, uneingeschränkt faul zu sein. Niemand redet mir etwas ein, niemand macht mir ein schlechtes Gewissen, es herrscht kein Druck von Außen, keine Anforderungen, kein Zeitplan, ich kann schlafen wann und wie viel ich will, ich kann machen, was ich will.
Als ich endlich losgelassen habe, als ich mich endlich entspannt habe, konnte ich genießen. Und dann kam allmählich die Energie. Zunächst in kleinen Momenten und dann immer öfter. Voller Freude setzte ich mich nun zum Spanisch lernen hin, experimentiere ich mit Zutaten um stromlos und entsprechend ohne Blender rohe Gerichte zu kreieren, lese ich ein Buch nach dem anderen und mehrere parallel, lerne ich Trommel-Rhythmen aus Ermangelung einer Trommel auf meinen Schenkeln oder Gegenständen zu trommeln, verschönere ich den Platz, auf dem mein Zelt steht, und mache einiges mehr. Aber alles entspannt und zu seiner Zeit. Ich mache worauf ich Lust habe und stelle fest, dass ich unheimlich viel Lust habe, viel zu tun und viel zu lernen und viele Erfahrungen zu sammeln und an meinen Fähigkeiten zu arbeiten. Wissensdurst und Tatendrang treiben mich und auch wenn ich schon immer einen großen Wissensdurst und Tatendrang hatte, so wurde dieser doch immer und immer wieder gelähmt durch Druck von Außen. Nun kann ich mich in Freiheit entfalten und stelle fest, dass ich so wesentlich produktiver bin. Dass ich mit wenig Mühe, viel erreiche – da ich nur tue, was ich will und wann ich es will. Und letztlich tue und schaffe ich so viel mehr.
So ergeht es auch anderen. Es ist schön zu sehen, wie Menschen hier eine Möglichkeit geboten wird, sich selbst kennen zu lernen und zu entfalten und es ist noch schöner zu sehen, dass dabei tatsächlich sehr schöne Menschen bei rauskommen. Ich möchte nicht sagen, dass hier alle Menschen nahezu perfekt und fehlerfrei wären. Gewiss nicht. Aber doch ist in vielen hier ein gewisses Strahlen zu sehen, das einen das tatsächliche Potential und die tatsächliche Schönheit des Menschen erahnen lässt. Hier ist noch nicht das Paradies, aber doch bekomme ich eine Ahnung, wie das Paradies aussehen könnte. Und ich frage mich, ob hier nicht der Paradies-ähnlichste Ort ist, den es derzeit gibt?
Hier hingegen entscheidet jede_r für sich und alles ist entspannt. Niemand zwingt einen zu irgendetwas. Jede_r kann den Tag nach den eigenen Vorlieben gestalten, kann ihn komplett verschlafen und Drogen konsumieren und wird darin in Ruhe gelassen. Es gibt natürlich dann auch einige, die das genau so tun, die nicht viel mehr tun, außer Schlafen, Essen und Kiffen. Und das ist okay so. Jede_r darf das Leben so gestalten, wie er/sie mag. Und genau weil dies so ist, weil eben keine negative Gegenreaktion kommt, bleibt dies bei vielen eine Phase. Meist ist es eine Phase der Heilung – die Wunden, die von der so genannten Zivilisation davongetragen werden, müssen erst einmal verheilen und es tut gut, absolut nichts zu tun und vor Allem entspannt absolut nichts zu tun, ohne ständige Ermahnungen und Kommentare von Außen. Nach dieser Heilungsphase entsteht dann bei vielen plötzlich eine unheimliche Energie und ein Tatendrang. Auch hier wird dies dadurch unterstützt, dass kein Druck von Außen herrscht. Niemand muss etwas für die Gemeinschaft tun, niemand muss hier auf eine bestimmte Art und Weise leben, niemand muss sich auf eine bestimmte Art und Weise ernähren oder auf eine bestimmte Art und Weise denken. Im Gegenteil – Vielfalt ist erwünscht, ehrlich erwünscht mit dem Bewusstsein, dass Vielfalt auch Exzentrizität oder Isolation mit sich bringen kann.
Wenn die Energie kommt, dann kann sie sich frei entfalten ohne direkt gegen eine Wand zu rennen.
Ich hatte auch meine faule Phase. Zwar hatte ich irgendwo auch einen gewissen Tatendrang, wollte etwas tun, aber die Lethargie war stärker. Und nachdem ich anfangs ein schlechtes Gewissen deswegen hatte und mir viele Gedanken machte, wurde mir dann plötzlich bewusst, dass jetzt doch eigentlich die Gelegenheit ist, uneingeschränkt faul zu sein. Niemand redet mir etwas ein, niemand macht mir ein schlechtes Gewissen, es herrscht kein Druck von Außen, keine Anforderungen, kein Zeitplan, ich kann schlafen wann und wie viel ich will, ich kann machen, was ich will.
Als ich endlich losgelassen habe, als ich mich endlich entspannt habe, konnte ich genießen. Und dann kam allmählich die Energie. Zunächst in kleinen Momenten und dann immer öfter. Voller Freude setzte ich mich nun zum Spanisch lernen hin, experimentiere ich mit Zutaten um stromlos und entsprechend ohne Blender rohe Gerichte zu kreieren, lese ich ein Buch nach dem anderen und mehrere parallel, lerne ich Trommel-Rhythmen aus Ermangelung einer Trommel auf meinen Schenkeln oder Gegenständen zu trommeln, verschönere ich den Platz, auf dem mein Zelt steht, und mache einiges mehr. Aber alles entspannt und zu seiner Zeit. Ich mache worauf ich Lust habe und stelle fest, dass ich unheimlich viel Lust habe, viel zu tun und viel zu lernen und viele Erfahrungen zu sammeln und an meinen Fähigkeiten zu arbeiten. Wissensdurst und Tatendrang treiben mich und auch wenn ich schon immer einen großen Wissensdurst und Tatendrang hatte, so wurde dieser doch immer und immer wieder gelähmt durch Druck von Außen. Nun kann ich mich in Freiheit entfalten und stelle fest, dass ich so wesentlich produktiver bin. Dass ich mit wenig Mühe, viel erreiche – da ich nur tue, was ich will und wann ich es will. Und letztlich tue und schaffe ich so viel mehr.
So ergeht es auch anderen. Es ist schön zu sehen, wie Menschen hier eine Möglichkeit geboten wird, sich selbst kennen zu lernen und zu entfalten und es ist noch schöner zu sehen, dass dabei tatsächlich sehr schöne Menschen bei rauskommen. Ich möchte nicht sagen, dass hier alle Menschen nahezu perfekt und fehlerfrei wären. Gewiss nicht. Aber doch ist in vielen hier ein gewisses Strahlen zu sehen, das einen das tatsächliche Potential und die tatsächliche Schönheit des Menschen erahnen lässt. Hier ist noch nicht das Paradies, aber doch bekomme ich eine Ahnung, wie das Paradies aussehen könnte. Und ich frage mich, ob hier nicht der Paradies-ähnlichste Ort ist, den es derzeit gibt?
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